Das Zusammenleben mit Tieren oder anderen Menschen kann den kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen verlangsamen

Eine umfangreiche britische Studie legt nahe, dass das Zusammenleben mit anderen, sei es ein anderer Mensch oder ein Haustier, den Abbau kognitiver Fähigkeiten, der im Alter auftritt, verlangsamen kann.

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Die Auswirkungen der Wohnsituation auf den kognitiven Abbau

Der kognitive Abbau bei älteren Erwachsenen ist ein bedeutendes öffentliches Gesundheitsproblem, mit einer hohen Prävalenz von Demenz und kognitiver Beeinträchtigung in der alternden Bevölkerung. Frühere Forschungen haben darauf hingewiesen, dass das Alleinleben und die soziale Isolation zu einem erhöhten Risiko für kognitiven Abbau beitragen.

Eine neue Studie aus Großbritannien zeigt jedoch, dass das Zusammenleben mit anderen, sei es ein menschlicher Begleiter oder ein Haustier, den Abbau kognitiver Fähigkeiten verlangsamen kann, der häufig mit dem Alter einhergeht. Diese Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung langfristiger, hochwertiger Beziehungen zur Förderung einer guten Gehirngesundheit und zur Reduzierung des Demenzrisikos.

Dr. Leah Croll, Assistenzprofessorin für Neurologie an der Lewis Katz School of Medicine an der Temple University, betont die Bedeutung starker sozialer Verbindungen und stellt fest: "Forschungen zeigen, dass langfristige, hochwertige Beziehungen, ob mit Familie, Freunden oder romantischen Beziehungen, nicht nur für das Glücklichsein wichtig sind, sondern auch für die Förderung einer guten Gehirngesundheit und die Reduzierung des Risikos für Demenz."

Die Rolle von Haustieren für die kognitive Gesundheit

Neben zwischenmenschlichen Beziehungen wurde nachgewiesen, dass das Besitzen von Haustieren positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat und Gefühle von Einsamkeit und Isolation bei Alleinlebenden reduziert. Bislang gab es jedoch keine Studie, die direkt die Rate des kognitiven Abbaus zwischen Haustierbesitzern und Nicht-Haustierbesitzern verglichen hat.

Die in JAMA Neurology veröffentlichte Studie analysierte Daten von knapp 8.000 Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter in Großbritannien. Die Forscher stellten fest, dass Haustierbesitz mit langsameren Raten des kognitiven Abbaus bei älteren Erwachsenen, die alleine leben, verbunden war. Es gab jedoch keinen signifikanten Unterschied im kognitiven Abbau zwischen Haustierbesitzern, die mit anderen zusammenleben, und Haustierbesitzern, die alleine leben.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass Haustierbesitz als alternative Option für Personen dienen könnte, die aufgrund ihrer sozialen Umstände keinen häufigen Kontakt zu anderen Menschen haben. Haustiere können Gesellschaft leisten, Gefühle der Einsamkeit reduzieren und möglicherweise vor den Auswirkungen der Isolation auf den kognitiven Abbau schützen.

Empfehlungen für ein gesundes Altern

Mit der zunehmenden Alterung der US-Bevölkerung und der steigenden Anzahl von Ein-Personen-Haushalten werden Demenz und kognitiver Abbau bei älteren Erwachsenen zunehmend drängende öffentliche Gesundheitsprobleme. Obwohl diese Studie wertvolle Einblicke in die potenziellen Vorteile des Zusammenlebens mit Haustieren oder anderen Menschen bietet, sind weitere Forschungen erforderlich, um vollständig zu verstehen, wie der kognitive Abbau mit dem Alter verlangsamt werden kann.

Dr. Croll rät ihren Patienten derzeit dazu, Aktivitäten zu betreiben, die ein gesundes Altern fördern und kognitiven Abbau verhindern. Dazu gehören körperliche Aktivität, das Befolgen einer herzgesunden Ernährung wie der mediterranen Diät und die Aufrechterhaltung sozialer Verbindungen zu Freunden und Angehörigen.

Während der Haustierbesitz allein keine Wundermittel gegen kognitiven Abbau ist, kann er sicherlich zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen und die psychische Gesundheit älterer Erwachsener verbessern. Durch die Förderung bedeutungsvoller Beziehungen und die Berücksichtigung der Auswirkungen des Zusammenlebens können Menschen Maßnahmen ergreifen, um ihre kognitive Gesundheit im Alter zu unterstützen.