Warten statt Düngen: Dauerregen stellt Bauern in SH vor Probleme

Dauerregen hat in den vergangenen Monaten für aufgeweichte Felder und Wiesen in Schleswig-Holstein gesorgt. An Düngen und Bestellen ist aktuell nicht zu denken. Das könnte Auswirkungen auf die Ernte haben.

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Warten statt Düngen: Dauerregen stellt Bauern vor Probleme

Dauerregen hat in Schleswig-Holstein in den vergangenen Monaten die Felder und Wiesen aufgeweicht, was zu Problemen für die Bauern führt. Aktuell ist an Düngen und Bestellen nicht zu denken, da der Boden kein weiteres Wasser aufnehmen kann.

Klaus Pritschau, ein Landwirt aus Stockelsdorf bei Lübeck, berichtet von der schwierigen Situation. Wo er im letzten Jahr noch Zuckerrüben und Mais angebaut hat, befinden sich heute Wasserläufe und kleine Seen auf dem Ackerland. Im letzten Quartal 2023 fielen in diesem Gebiet circa 350 Liter Regen pro Quadratmeter - eine außergewöhnlich hohe Menge. Und auch in diesem Jahr setzt der Dauerregen fort.

Für die Landwirte hat der anhaltende Regen gravierende Auswirkungen. Das Einsickern der Nährstoffe aus der Gülle wird durch den Wasserfilm verhindert, der sich durch den Regen auf den Feldern gebildet hat. Eine Düngung ist daher aufgrund der Umweltbelastung untersagt.

Erschwerte Bedingungen für die Landwirtschaft

Bei den aktuellen Witterungsverhältnissen gestaltet sich das Arbeiten auf den überschwemmten Feldern schwierig. Das Regenwasser kann nicht in die Drainagen geleitet werden, da der Wasserfilm den Weg blockiert. Schwere Landwirtschaftsmaschinen können nicht verwendet werden.

Um das Problem zu lösen, ist Klaus Pritschau gezwungen, seine Drainagen freizulegen. Der Einsatz eines alten Traktors ermöglicht es ihm, leichtes Gerät auf die Ackerfläche zu bringen. Dadurch sollen die Drainagen bei zukünftigem Regenwetter wieder funktionieren und das Wasser abgeleitet werden können.

Unsichere Zukunft für die Landwirte

Trotz der anhaltenden Regenfälle bleibt Klaus Pritschau vorerst gelassen und hofft auf eine längere Trockenperiode, damit die Bewirtschaftung der Felder beginnen kann. Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein weist jedoch darauf hin, dass einige Bestände bereits jetzt eine Stickstoffgabe benötigen, die aufgrund des Dauerregens bisher nicht erfolgen konnte.

Die Zukunftsaussichten für die Landwirte sind ungewiss. Klaus Pritschau bewirtschaftet insgesamt 1.300 Hektar Land und hat bereits weitere Herausforderungen durch den Klimawandel im Blick. Er befürchtet, dass die Wetterperioden länger werden und sich die extremen Wetterereignisse häufen könnten. Das würde die Arbeit für Landwirte zunehmend erschweren.