‘Ausstellung der Vergebung’ Rezension: André Holland setzt sich mit dem Kreislauf in zartem Debütfilm auseinander

Titus Kaphars Debütfilm ‘Ausstellung der Vergebung’ erforscht den Kampf, sich von vergangenen Schmerzen zu lösen, und die Macht der Vergebung. Der Film folgt Tarrell, einem erfolgreichen Maler, der von Erinnerungen an seinen misshandelnden Vater gequält wird. Tarrells Trauma inspiriert seine neuen Gemälde, aber er kämpft mit der Auswirkung, die sie auf seine Beziehung zu seiner Frau und auf seine eigene Heilungsreise haben. Der Film behandelt Themen wie generationenübergreifendes Trauma und die Bedeutung des Aufbrechens des Kreislaufs. Trotz einiger verpasster Chancen in der Charakterentwicklung ist ‘Ausstellung der Vergebung’ eine subtile und poetische Erforschung der menschlichen Erfahrung.

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Von vergangenem Schmerz loslassen

Die Vergangenheit ist niemals wirklich gone. Erinnerungen haben eine Art, die Gegenwart zu überfallen und es schwierig zu machen, sich von vergangenem Schmerz zu lösen. In ‘Ausstellung der Vergebung’ erforscht Titus Kaphar dieses Problem durch die Figur des Tarrell, ein erfolgreicher Maler, der von Erinnerungen an seinen misshandelnden Vater gequält wird. Diese Erinnerungen fühlen sich genauso gegenwärtig an wie die Gegenwart und lassen Tarrell wütend und gewalttätig aufwachen, seine Frau Aisha erschrecken. Trotz seines äußeren Erfolgs kann Tarrell die Wunden seiner Kindheit nicht heilen.

Dieses Trauma wird zur Inspiration für Tarrells neue Gemälde, die er in einer eigenen Galerieausstellung präsentieren möchte. Allerdings ist Tarrell unsicher, wie er selbst zu den Werken steht, und es entstehen Spannungen mit Aisha, die Singer-Songwriterin ist und wieder ins Studio zurückkehren und sich auf ihre eigene Kunst konzentrieren möchte. Während sie mit den Druck von ihren jeweiligen Karrieren und ihrer Rolle als Eltern umgehen, hat Tarrells Trauma Priorität. Der Film fängt die innere emotionale Reise des Loslassens von vergangenem Schmerz auf wunderschöne Weise ein.

Der Kampf, den Kreislauf zu durchbrechen

Generationenübergreifendes Trauma spielt in ‘Ausstellung der Vergebung’ eine zentrale Rolle, während Tarrell mit der Liebe zu seiner Mutter und dem Hass auf seinen Vater ringt. Tarrells Mutter Joyce tut sich ebenfalls schwer damit, die Vergangenheit loszulassen und verherrlicht ihre problematische Geschichte. Als Tarrells misshandelnder Vater La'Ron wieder in ihr Leben tritt, kann Tarrell es kaum ertragen. La'Ron, jetzt ein Gläubiger, versucht, seine Handlungen mit Glauben zu rechtfertigen, kann jedoch das volle Ausmaß des von ihm angerichteten Schadens nicht vollständig verstehen.

Im Laufe des Films erlebt Tarrell lebendige Bilder von seinem jüngeren Selbst, einem Kind, das gezwungen war, zu schnell erwachsen zu werden. Diese Erinnerungen befeuern seine neuen Gemälde und dringen in seine Träume ein, die ihn an den Schmerz erinnern, den er erlebt hat. Der Film zeigt eindrucksvoll Tarrells Reise, den Kreislauf des Missbrauchs zu durchbrechen und Vergebung in sich selbst zu finden. Die Darbietung von Young Tarrell, gespielt von Ian Foreman, verleiht dem Film Tiefe und präsentiert die Schönheit der Jugend, die zu schnell erwachsen werden musste.

Eine subtile und poetische Erforschung der menschlichen Erfahrung

Titus Kaphar erzählt die Geschichte von ‘Ausstellung der Vergebung’ mit sanfter Hand, ähnlich wie in Filmen wie ‘Moonlight’ und ‘The Last Black Man in San Francisco’. Der subtile und poetische Ansatz des Films ermöglicht es dem Publikum, Zeuge der inneren emotionalen Reise der Charaktere zu werden, die durch die Bewegung der Kamera wunderschön nach außen gebracht wird. Es gibt jedoch Momente, in denen der Film in seinem Dialog zu kontrolliert und einschränkend wirkt, sodass einige Fragen unbeantwortet bleiben.

Während der Film das generationenübergreifende Trauma effektiv erforscht, hätte er tiefer in das Thema Sucht eintauchen können. La'Rons Charakter wird in groben Zügen dargestellt, sodass Teile seiner Hintergrundgeschichte fehlen. Ähnlich bleibt die Liebe von Joyce zu ihm etwas unerklärt. Trotz dieser verpassten Chancen in der Charakterentwicklung glänzen die Darbietungen im Film. André Holland liefert eine einfühlsame Leistung als Tarrell, strahlt Schmerz und Leid aus, aber auch Liebe und Zärtlichkeit. Die Chemie zwischen Holland und Andra Day, die Aisha spielt, ist spürbar und zeigt die Kraft der Liebe und der Kunst, Menschen zu verbinden.